Hintergrund |
Entwicklung des ESP |
"Sprachenpass" - "Lernerpass" -
"Sprachenportfolio": Zwischen der Geburt der Idee eines "Sprachenpasses", "Lernerpasses" oder später "Sprachenportfolios" und dem Erscheinen der ersten schweizerischen Druckfassung eines Sprachenportfolios vergingen rund 10 Jahre. 1989/90:
Arbeitsgruppen von Eurocentres und CILA 1991:
Europaratssymposium in Rüschlikon
Lit.: COUNCIL OF EUROPE (1992): Transparency and Coherence in Language Learning in Europe: Objectives, Assessment and Certification. Symposium held in Rüschlikon, 10 - 16 November 1991. (Edited by North, Brian). Strasbourg: Council for Cultural Co-operation. Noch während des Rüschlikoner Symposiums brachte die Schweizer Delegation die Idee eines Forschungsprojekts ins Spiel, in dem ein System von Sprachkompetenzbeschreibungen entwickelt werden sollte; auf dieser Grundlage sollten dann erste Portfolio-Prototypen entstehen. 1993-1998:
Entwicklung von Sprachkompetenzbeschreibungen Ziel des Projekts: Entwicklung von Deskriptoren, welche für ein breites Spektrum von Niveaus aus einer handlungsorientierten Perspektive kommunikative Sprachkompetenz beschreiben. Nach Möglichkeit sollte auch strategische und (inter-) kulturelle Kompetenz beschrieben werden. Wichtigste
Entwicklungsschritte: Die Deskriptoren aus diesem Projekt wurden in den Gemeinsamen europäischen Referenzrahmen für Sprachen des Europarats aufgenommen, um die Gemeinsamen europäischen Referenzniveaus zu beschreiben. Literatur zum Forschungsprojekt: s. Dokumentation Ende 1995/Anfang 1996: erster Portfolio-Entwurf Die
LehrerInnen, die am Forschungsprojekt teilnehmen, erhalten eine erste fotokopierte Fassung
des Europäischen Sprachenportfolios. Darin sind bereits die meisten Instrumente in
Entwurfsform vorhanden, die später in den Druckfassungen enthalten sind. Das ESP liegt
schon zu diesem Zeitpunkt in Deutsch, Französisch, Englisch und Italienisch vor. Vor der Septembertagung wird eine leicht veränderte Entwurfsfassung (gelbe Version) des Sprachenportfolios an die LehrerInnen verschickt und an der Tagung diskutiert. Die Ergebnisse sind insgesamt positiv. April 1997: Europarat sagt ja zur Entwicklung von Sprachenportfolios Anlässlich der Abschlusstagung des Europarats zum Projekt "Language Learning for European Citizenship" mit Delegierten aus 40 Mitgliedstaaten wird neben der Weiterentwicklung des Referenzrahmens die Entwicklung von Europäischen Sprachenportfolios beschlossen. Den Delegierten liegen zu diesem Zeitpunkt Entwürfe aus Frankreich, Deutschland, Grossbritannien und der Schweiz vor. Herbst 1998 bis Sommer 2000: Erprobungsphase Zwischen Herbst 1998 und Sommer 2000 werden in 15 europäischen Ländern und durch 3 transnationale Organisationen Sprachenportfolios erprobt (Schlussbericht des Europarats). In der Schweiz wird für die Erprobungsphase eine erste Druckfassung erstellt (in vier Sprachversionen). Sie wird zwischen April 1999 und Juni 2000 in rund 450 Klassen erprobt.Schneider, Günther / North, Brian / Flügel, Christoph & Koch, Leo (1999). Europäisches Sprachenportfolio - Portfolio européen des langues - Portfolio europeo delle lingue - European Language Portfolio, Schweizer Version. Ed. EDK - Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren, Bern: EDK. (Erprobungsfassung herunterladen) Die Erprobung in der Schweiz wird von Peter Lenz vom Lern- und Forschungszentrum Fremdsprachen der Uni Freiburg evaluiert (Bericht). Die Ergebnisse sind ermutigend. Aufgrund der detaillierten Rückmeldungen von Unterrichtenden und Lernenden sind wesentliche Verbesserungen am Sprachenportfolio möglich. Herbst 2000: Einsetzung des European Validation Committee durch den Europarat Der Europarat setzt ein Komitee ein, das neue Sprachenportfolios akkreditiert.
Es besteht aus nationalen Delegierten und beigezogenen Experten. Das schweizerische ESP
für Jugendliche und Erwachsene erhält die Akkreditierungsnummer 1.2000 2001 - das Europäische Jahr der Sprachen Lancierung des Europäischen Sprachenportfolios Anlässlich der gemeinsamen Konferenz von Europarat, Europäischer Union und UNESCO zum Europäischen Jahr der Sprachen in Lund/S werden der Gemeinsame europäische Referenzrahmen für Sprachen und das Europäische Sprachenportfolio offiziell lanciert. Bereits im Oktober 2000 hatte die Ständige Konferenz der Erziehungsminister des Europarats eine Resolution verabschiedet, welche den Mitgliedstaaten die Einführung des Sprachenportfolios empfiehlt. In der Schweiz unterschreiben am 1. März 2001 die schweizerischen kantonalen Erziehungsdirektoren und weitere Partner aus dem öffentlichen und privaten Sektor eine Erklärung, in der Sie die Einführung des "Europäischen Sprachenportfolios" unterstützen. Anlässlich einer Pressekonferenz wird die überarbeitete Fassung des Sprachenportfolios für Jugendliche und Erwachsene präsentiert. Es wird durch den Berner Lehrmittel- und Medienverlag (BLMV) vertrieben. Gleichzeitig wird die Schaffung von Sprachenportfolios für Jüngere beschlossen. Im Anschluss an die Lancierung beginnen die Kantone und Regionen mit der Ausarbeitung von Umsetzungskonzepten und zum Teil mit der Ausbildung von MultiplikatorInnen. Sprachenportfolios für Jüngere In Bern findet am 16. Januar 2002 eine Tagung zur Lancierung der Arbeiten an schweizerischen Sprachenportfolios für Jüngere statt. Es sollen Portfolios für zwei verschiedene Altersgruppen entstehen. Gleichzeitig mit den Dokumenten für die Lernenden sollen auch Klassenordner und Lehrerhandreichungen entstehen. Inhaltlich soll insbesondere der Wahrnehmung und Entwicklung von Mehrsprachigkeit grosses Gewicht verliehen werden. Lehrerhandreichungen Im Mai 2002 gibt der Berner Lehrmittel- und Medienverlag Lehrerhandreichungen zum Europäischen Sprachenportfolio für Jugendliche und Erwachsene in Auftrag. |
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